Braunkohlerevier
Ich bin im rheinischen Braunkohlerevier aufgewachsen. Vor einiger Zeit war ich nochmal dort und dabei ist mir eine alte Sentenz in die Hände gefallen, die ich über die Landschaft meiner Kindheit geschrieben habe:
In der Erde dieses Landstriches hat der Fortschritt mehr Narben hinterlassen, als die Windpocken im Gesicht meines Bruders. Nur an den Menschen scheint er auf eine seltsame Weise vorüber gegangen zu sein. Sie leben in Dörfern, die zwischen Pappelwäldern und Rübenäckern eingeklemmt sind wie Hasen in der Ackerfurche. Buchsbäume und Baccararosen wachsen in ihren Vorgärten. Es gibt wilde Kühe, die allnächtlich durchs Dorf laufen und verrückte Bauern, die seit vielen Generationen den gleichen Hof bewirtschafteten und ihre Ehen innerhalb der Familie schließen. Jede Generation dieser alten Geschlechter bringt einen Sprössling hervor, dessen Unterlippe ein wenig herunter hängt. Meistens sind es Männer. Kleine träumende Jungen, die in den Körpern von Landarbeitern stecken. In ihren Familien rufen sie Scham hervor und Depressionen und Frömmigkeit.
In der Erde dieses Landstriches hat der Fortschritt mehr Narben hinterlassen, als die Windpocken im Gesicht meines Bruders. Nur an den Menschen scheint er auf eine seltsame Weise vorüber gegangen zu sein. Sie leben in Dörfern, die zwischen Pappelwäldern und Rübenäckern eingeklemmt sind wie Hasen in der Ackerfurche. Buchsbäume und Baccararosen wachsen in ihren Vorgärten. Es gibt wilde Kühe, die allnächtlich durchs Dorf laufen und verrückte Bauern, die seit vielen Generationen den gleichen Hof bewirtschafteten und ihre Ehen innerhalb der Familie schließen. Jede Generation dieser alten Geschlechter bringt einen Sprössling hervor, dessen Unterlippe ein wenig herunter hängt. Meistens sind es Männer. Kleine träumende Jungen, die in den Körpern von Landarbeitern stecken. In ihren Familien rufen sie Scham hervor und Depressionen und Frömmigkeit.




