Eine kurze Geschichte der Welt in sehr kleinen Teilen. In diesem Blog geht es um Literatur, Politik, Wissenschaft und Technologie, weil es der Autor noch nie anständig entscheiden konnte.

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  • Die ersten Kapitel

    Erzählungen:


  • Am Geburtstag des Fürsten ...
  • The Way I Found Van Morrison
  • Am Anfang war die Leihbüch...
    Unvollendetes
  • Die sieben Dinge meines Lebens
  • Deutsches Tagebuch

    Braunkohlerevier

    Ich bin im rheinischen Braunkohlerevier aufgewachsen. Vor einiger Zeit war ich nochmal dort und dabei ist mir eine alte Sentenz in die Hände gefallen, die ich über die Landschaft meiner Kindheit geschrieben habe:

    In der Erde dieses Landstriches hat der Fortschritt mehr Narben hinterlassen, als die Windpocken im Gesicht meines Bruders. Nur an den Menschen scheint er auf eine seltsame Weise vorüber gegangen zu sein. Sie leben in Dörfern, die zwischen Pappelwäldern und Rübenäckern eingeklemmt sind wie Hasen in der Ackerfurche. Buchsbäume und Baccararosen wachsen in ihren Vorgärten. Es gibt wilde Kühe, die allnächtlich durchs Dorf laufen und verrückte Bauern, die seit vielen Generationen den gleichen Hof bewirtschafteten und ihre Ehen innerhalb der Familie schließen. Jede Generation dieser alten Geschlechter bringt einen Sprössling hervor, dessen Unterlippe ein wenig herunter hängt. Meistens sind es Männer. Kleine träumende Jungen, die in den Körpern von Landarbeitern stecken. In ihren Familien rufen sie Scham hervor und Depressionen und Frömmigkeit.
    Matthias Gerhards 8. Sep, 06:15 | 0 Kommentare - Kommentar verfassen

    Kinder sind am schönsten

    In meiner derzeitigen Wohngegend gibt es ziemlich viele alte Leute, die ganz wild auf unsere Kinder sind. Das ist auch grundsätzlich sehr schön. Aber gelegentlich klaffen Erinnerungswelt und Realität doch etwas auseinander. Das gipfelt dann meistens in dem Ausspruch: "Genießen Sie die Zeit, das geht so schnell vorbei". Aus der Rückschau mag das richtig sein. Und ich will nicht ausschließen, dass ich jenseits meines siebzigsten Geburtstages ähnlich rede. Aber derzeit wäre ich ganz froh, wenn ich die Zeit ein bisschen nach vorne drehen könnte. Natürlich liebe ich meine Kinder. Nicht, dass hier jemand glaubt, ich wollte mich beschweren. Nein, Nein! Aber was ist gegen einen selbstständiges Kind einzuwenden, dass gegen 9:00 Uhr aufsteht, bei der Hausarbeit hilft und sich um 19:00 Uhr selbst in Bett bringt?
    Matthias Gerhards 14. Jul, 23:31 | 2 Kommentare - Kommentar verfassen

    Der Sinn des Lebens

    Es war etwas still in diesem Blog im letzten halben Jahr. Dennoch kann ich allen, die unter Schwermut, Depressionen, Selbstmordgedanken oder Ähnlichem leiden nur empfehlen, sich zwei Kinder unter drei Jahren anzuschaffen. Nein, Kinder machen den Menschen nicht stärker! Auch die Verantwortung lässt niemanden erwachsen werden, der vorher ein selbst noch ein Hosenscheißer war. Dennoch stellt sich eine entscheidende Veränderung ein: Man hat keine Zeit mehr für dumme Gedanken und ist zu müde, für alles andere.
    Matthias Gerhards 13. Jul, 00:39 | 9 Kommentare - Kommentar verfassen

    Die alte Schule

    Ich habe meinen Glauben verloren, als ich auf die Hauptschule kam. Damals kam mir die Existenz Gottes einfach zu unglaubwürdig vor. Kürzlich war ich noch mal in der Gegend, habe mir das Gebäude angesehen und fand meine Zweifel bestätigt. Es kann keinen Gott geben, wenn er zuläßt, dass unsere Kinder in solchen Ruinen unterrichtet werden.
    Matthias Gerhards 14. Dez, 21:20 | 0 Kommentare - Kommentar verfassen

    Boris! Es ist vorbei.

    "Entweder du meldest dich oder es ist vorbei." Jetzt wissen wir also, woran das Glück der Becker-Meyer-Wöldens zerplatzt ist. Ich habe solche Formulierungen zuletzt im Alter von vierzehn Jahren benutzt. In einer Zeit als man Beziehungen noch durch ankreutzen anbahnen konnte. Daran kann man sehr leicht erkennen, dass die Abwesendheit von Bildung auch nicht immer glücklich macht.
    Matthias Gerhards 11. Dez, 21:39 | 0 Kommentare - Kommentar verfassen

    Der geschraubte Turm

    Ich muss gestehen, dass ich die meisten Bücher online kaufe. Das hat den Vorteil, dass man es nach 22:00 Uhr erledigen kann, wenn die Kinder schlafen. Aber der Nachteil ist, dass man nicht immer weiß, worauf man sich einläßt. Was grundsätzlich kein Problem darstellt. Eigentlich.

    Im Fall des Buches von Uwe Tellkamp, hat das Wort jedoch eine geradezu erschreckende Berechtigung. Eigentlich ist das ein Bestseller und wird von der Kritik höchlichst gelobt. Aber die erste Seite ist so verschwurbelt, das ich es bisher nicht geschafft habe, das Verb zu finden, dass diesen fein geschraubten Satz zusammenhalten soll. Ich vermute, dass es nicht existiert, weil der Lektor nicht wußte, wo er es einfügen sollte. Das ist wie mit manchen Tönen im Gesang von Joe Cocker. Die hört man auch nur, wenn man seine Lippenbewegung dazu sieht. Jedenfalls habe ich es bisher nicht geschafft noch eine weitere Zeile zu lesen. Ich glaube, ich werde erwachsen und lese bald nur noch was mir gefällt.
    Matthias Gerhards 8. Dez, 23:12 | 7 Kommentare - Kommentar verfassen

    11/28

    Was bisher nicht vorgekommen ist, liegt oft außerhalb unserer Vorstellung. Auch wenn es geradezu lächerlich einfach ist. Die Anschläge von Mumbai beweisen, wie erschreckend banal Terrorismus sein kann. Man bracht kein komplexen internationales Netzwerke, keine Schläfer (die es vermutlich ohnehin nie gegeben hat), man muss keine Piloten ausbilden, um einen Anschlag zu verüben, der ein ganzes Land erschüttert. Man benötigt nur eine Handvoll junger Menschen, die bereit sind zu sterben. Die notwendigen Waffen kann man in Ländern wie den USA fast legal beschaffen. Mögliche Ziele gibt es mehr als genug.

    In einer Zeit, in der die Kriege von hochtechnologisierten Armeen gewonnen werden, führt uns der Terror vor, dass man unsere Welt mit einfachsten Mitteln aus den Angeln heben kann. Das ist erschreckend. Aber es zeigt auch, dass man Terrorismus nicht militärisch besiegen kann. Man kann ihn nur politisch, gesellschaftlich und moralisch bekämpfen. Man könnte sich beispielsweise die Frage stellen, weshalb es ihn überhaupt gibt?
    Matthias Gerhards 29. Nov, 14:53 | 2 Kommentare - Kommentar verfassen

    Paradox am Mittag

    Der Typ, der die bequeme Herausforderung erfindet, kann vermutlich die Nobelpreise aller Disziplinen abräumen.
    Matthias Gerhards 28. Jul, 12:59 | 1 Kommentar - Kommentar verfassen

    Igitt Kinder

    Mit einem Seitenblick auf eine alte Ausgabe des Spiegels sagte ich zu meiner Liebe: "Da hat jemand ein Buch mit 40 Gründen gegen Kinder geschrieben."
    "Nur vierzig? Mir fallen gerade mindestens hundert ein." antwortete sie, weil in diesem Augenblick die Wehen begannen.

    Das ist nun fünf schlaflose Nächte her. Ich möchte noch anfügen, dass die Autorin vermutlich mit allem recht hat. Ebenso wie Reinhold Messner mindestens fünftausend Gründe gegen die Besteigung eines Achttausenders runterleiern kann.
    Matthias Gerhards 27. Jul, 22:54 | 2 Kommentare - Kommentar verfassen

    Enemy mine

    In der Schule hatte ich immer ein selbstgebackenes Pausenbrot mit Biosalat dabei. Meine Pullover waren selbstgestrickt und wenn wir Fleisch aßen, dann nur die eigenen ökologisch genährten Tiere. Mindestens die Hälfte meiner physischen Existenz verdanke ich der alternativen Landwirtschaft.

    Aber wenn wir unseren Feinden begegenen, müssen wir über uns hinaus wachsen. Kürzlich habe ich mir Schneckenkorn gekauft. Hergestellt von der Firma Bayer.
    Matthias Gerhards 26. Jul, 13:11 | 7 Kommentare - Kommentar verfassen
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    Matthias Gerhards - 14. Jul, 23:30

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