Eine kurze Geschichte der Welt in sehr kleinen Teilen. In diesem Blog geht es um Literatur, Politik, Wissenschaft und Technologie, weil es der Autor noch nie anständig entscheiden konnte.

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  • Exposé
  • Die ersten Kapitel

    Erzählungen:


  • Am Geburtstag des Fürsten ...
  • The Way I Found Van Morrison
  • Am Anfang war die Leihbüch...
    Unvollendetes
  • Die sieben Dinge meines Lebens
  • Back from outer office

    Auf der unfallmedizinischen Tagung

    Aus streng beruflichen Gründen habe ich in München den dreihundert-vierundzwanzigsten Chirurgenkongress besucht. Es waren 3000 kaufkräftige Unfallärzte anwesend, die ungefähr 30 Aussteller anlockten. Ein Erlebnis der etwas anderen Art. Neben den Vorträgen auf denen reichliche Blut floss, gab es an jeder Ecke unzensierte Splattervideos zu sehen, die selbst im amerikanischen Kino als zu brutal eingestuft worden wären. Mit dabei waren eine Toraxöffnung mit Kreissäge, die Transplantation eines Wadenmuskels, eine Darmoperation, eine Magenverkleinerung, einige geradezu harmlos wirkende Amputationen und eine Knieoperation mit Hammer, Schraube und Meißel. Die blutbespritzen Protagonisten wirkten dabei nicht weniger durchgeknallt wie die Helden von so erbaulichen Streifen wie das „Texas Kettensägen Massaker“ und „Dawn of the Dead“. Dafür gab es auf den meisten Ständen hervorragendes Essen und eine erstklassige Bedienung. Den Besuchern fiel der Kontrast auch nicht weiter auf.

    Aber mir ist etwas klar geworden: Seit meiner eigenen Knieoperation bin ich irgendwie empfindlich geworden. Die Blondinen und das Boeuf Bourguignon haben mich an diesem Tag nicht mehr wirklich begeistern können.
    Matthias Gerhards 7. Mai, 22:21 | 4 Kommentare - Kommentar verfassen

    The Art of Computer Programming

    Ich liebe die Arbeit mit Softwareentwicklern. In allen Abteilungen sind die Schreibtische aufgeräumt, die Büros sind spießbürgerlich oder uniform und die Mitarbeiter beharren darauf, dass ihre Tätigkeit mindestens drei Monate im Voraus geplant werden muss. Denn nur so lässt sich die Arbeit auf ein Mindestmaß reduzieren.
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    Der durchschnittliche Arbeitsplatz eines Programmierers ist nicht nur hinlänglich unordentlich. Er beherbergt auch eine Reihe von Dinge, die man woanders vergeblich sucht. Etwa einen Wasserkocher, sieben Kronkorken (Coca Cola), eine Packung Darjeelingtee direkt aus Bengalen, drei Flaschen Mezzomix, siebzehn Bücher von Flaubert bis zu den ersten drei Bänden von „The Art of Computer Programming“. Darüber hinaus gibt es noch einen Pocket PC, zwei Mobiltelefone und drei Blätter eines Notizblocks. Die Zettel hatte ich selbst in den letzten Tagen dort hinterlassen. Die Aufgaben, die sich darin verbergen, sind selbstverständlich alle noch unerledigt.
    Matthias Gerhards 30. Mrz, 12:59 | 6 Kommentare - Kommentar verfassen

    Der gute Mensch von Sezuan

    Manchmal muss man Dinge tun, für die man sich selbst nicht sehr mag. Gerade habe ich einen Mitarbeiter abgemahnt, der ganz offensichtlich den größten Teil seiner Arbeitszeit zum Surfen benutzt.

    Grundsätzlich kümmere ich mich wenig um die Sekundärtugenden meiner Mitarbeiter. Solange die Leistung stimmt, dürfen die Leute kommen und gehen wann sie wollen und in der Regel schaue ich auch beim privaten Gebrauch von Web und Mail nicht allzu genau hin. Solange die Arbeit erledigt wird, gewähre ich die größtmögliche Freiheit. Allerdings verlange ich auch überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft, wenn die Sache es erfordert.

    Aber manchmal frage ich mich, ob es nicht besser wäre mir einen autoritäreren Führungsstil anzueignen. Möglicherweise ist die bedingte Freiheit, die ich gewähre, einfach zu kompliziert für einige Mitarbeiter. Vielleicht wäre es sinnvoller klare Verbote auszusprechen. Aber das Problem ist, dass mir dann meine eigene Arbeit keinen Spaß mehr macht. Ich will ein guter Mensch sein. Aber vielleicht liegt gerade darin das Problem.
    Matthias Gerhards 9. Mrz, 13:28 | 4 Kommentare - Kommentar verfassen

    (M)ein kleines Problem geht weiter

    Wie ich soeben erfahre, hat der Mitarbeiter sein kleines Telefonproblem inzwischen selbst gelöst. Nach dem hundersten Anruf hat er wohl beschlossen, sein Telefonkabel aus der Dose zu ziehen. Damit hatte er wieder Ruhe. Man kann es verstehen. Insbesondere weil die meisten Kunden nicht beim ersten Mal durchgekommen sind und bereits einen gewissen Groll aufgebaut hatten.

    Nach der Trennung der Leitung, haben die Anrufer natürlich die freundliche Stimme der Telefonanlage gehört, die ihnen mitgeteilt hat, dass der Teilnehmer nicht erreichbar sei. Für eine technische Hotline kann das nicht wirklich als Zeichen der Professionalität gewertet werden. Aber gutes Management besteht eben im wesentlichen aus dem Versuch, die größten Katastrophen abzuwenden und eine möglichst gute Figur dabei zu machen.
    Matthias Gerhards 2. Mrz, 14:29 | 2 Kommentare - Kommentar verfassen

    Eine kleines Problem mit der Telefonanlage

    Mein derzeitiger Auftraggeber ist eine große deutsche Behörde. Eigentlich passen Behörden nicht zu mir. Aber ich bin des Geldes wegen dort. Zum Glück habe ich seit meiner Schulzeit immer die Fähigkeit gehabt mich für alles zu interessieren, was mich umgibt. Raumfahrt, Sozialwissenschaften, Literatur, Physik, Philosophie, Geschichte, Biologie. Alle Dinge, die ich nicht weiß, finde ich grundsätzlich spannend. Deshalb betrachte ich meinen derzeitigen Arbeitsplatz als eine Art menschlichen Zoo, in dem man vieles beobachten kann, von dem ich bisher immer dachte, es käme nur in der Literatur vor.

    Vor einigen Tagen habe ich einen Fehler in der Telefonanlage festgestellt und sofort gemeldet. Eigentlich ein eher kleines Problem. Es betraf die interne Durchwahl einer Servicenummer. Die verantwortliche Person hat sich die Sache angehört und das Problem durch Weiterleiten gelöst. Nämlich indem sie einen Kollegen informiert hat. Der wiederum hat es einige Tage liegen lassen. Nach einer Erinnerung hat er aber schließlich doch einen Servicetechniker beauftragt. Auf diesem Weg sind aber anscheinend einige Informationen verloren gegangen. Jetzt funktioniert zwar die interne Durchwahl wieder, aber es gibt ein neues Problem.

    Die Servicenummer wurde auf den Apparat eines einzelnen Mitarbeiters in der Verwaltung umgeleitet. Dieser bedauernswürdige Mensch bekommt seit gestern alle zweihundert Anrufe, die täglich in unserer technischen Hotline aufschlagen. In Worten ZWEIHUNDERT. Sie werden normalerweise von vier Mitarbeitern angenommen. Festgestellt habe ich das Ganze, als ich gewohnheitsmäßig die Hotline angerufen habe, um einen Mitarbeiter zu erreichen. Als erstes schrie mich eine Stimme an und teilte mir mit, dass sie nicht zuständig sei. In diesem Augenblick war mir klar, dass wir jetzt ein größeres Problem hatten.
    Matthias Gerhards 1. Mrz, 22:45 | 2 Kommentare - Kommentar verfassen

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