Frieden ist langweilig (23.03.2007)
Heute war ich mit meinem Sohn auf der Kickerwiese, die gleich neben unserem Haus liegt. Das war so ziemlich das erste Mal in meinem Leben, dass ich mit einem Fußball in Berührung gekommen bin. Aber wenn man Kinder hat, muss man Opfer bringen.
Wir benutzten nur auf ein Tor, weil das andere von einigen anderen Jungs besetzt wurde. Sie spielten ein eigentümliches Spiel. Der Torwart zählte und die anderen flüchteten. Bei Fünf blieben alle stehen und er musste versuchen einen der Mitspieler abzuschießen. Sie durften ausweichen, aber nicht weglaufen. Gelang es ihm, musste der Getroffene ins Tor.
In diesem Augenblick erinnerte ich mich an meine eigene Kindheit und an eines der Spiele, die wir uns damals ausdachten. Es war Winter und der erste Schnee bedeckte die Felder. Mein türkischer Freund Malek kam vorbei und brachte seinen Schlitten mit. Wir gingen zum alten Bahndamm und fuhren den Abhang hinunter. Er war so steil, dass man sich kaum oben halten konnte. Jede Unebenheit und jede Wurzel führte unweigerlich zu einem Sturz. Das machte einen unbeschreiblichen Spaß. Nachdem wir uns schon ungefähr hundert Prellungen zugezogen hatten, tauchen plötzlich drei andere Kinder auf. Sie waren unsere Feinde, denn sie leben auf der anderen Seite des Dorfes. Aber an diesem Tag vereinte uns die Freude des ersten Schnees und wir bemerkten, dass unsere Feindschaft grundlos war. Doch es bleibt nicht nur bei einer Gefechtspause. Bald entwickelten wir ein Spiel. Es hieß: Die Abfahrt des Todes. Seltsamerweise trugen die meisten Spiele meiner Kindheit einen Namen. Eines hieß: Die Todeskurve. Ein anderes: Der Herrscher des Abgrundes. Dabei musste mindestes eine lebensbedrohliche Gefahr im Spiel sein.
Die Abfahrt des Todes funktionierte ungefähr so: Ein Spieler steht in der Mitte der Schlittenbahn und wartet. Er wird der Fänger genannt. Die übrigen dürfen fahren, ihren Schlitten allein runter schicken oder auf dem Hosenboden rutschen. Die Reihenfolge spielt keine Rolle. Am besten starten alle gleichzeitig, weil dann ein Sturz am wahrscheinlichsten ist. Der Fänger muss einen der Spieler von seinen Schlitten stoßen und in den Abgrund befördern, der sich jenseits der Bahn auftat. Dort fiel das Gelände noch steiler ab und am Ende lagen einige alte Eisenbahnschwellen, denen man besser ausweichen sollte. Wer heil unten ankam, wurde der nächste Fänger. Falls man jedoch eine Schwelle touchierte, war man gezwungen eine Runde aussetzen. Schon wegen des Schmerzes. An diesem Nachmittag waren wir so glücklich, dass wir Arm in Arm die Felder überquerten und erst nach Einbruch der Dunkelheit wieder in unsere Elternhäuser zurückkehrten. Am nächsten Tag trafen wir uns wieder. Aber das Spiel hatte seinen Reiz verloren. Wir machten einige lustlose Versuche, aber es war nicht mehr das Gleiche. Nach kaum einer Stunde begannen wir wieder uns mit Steinen zu bewerfen. Der Frieden war langweilig geworden.
Wir benutzten nur auf ein Tor, weil das andere von einigen anderen Jungs besetzt wurde. Sie spielten ein eigentümliches Spiel. Der Torwart zählte und die anderen flüchteten. Bei Fünf blieben alle stehen und er musste versuchen einen der Mitspieler abzuschießen. Sie durften ausweichen, aber nicht weglaufen. Gelang es ihm, musste der Getroffene ins Tor.
In diesem Augenblick erinnerte ich mich an meine eigene Kindheit und an eines der Spiele, die wir uns damals ausdachten. Es war Winter und der erste Schnee bedeckte die Felder. Mein türkischer Freund Malek kam vorbei und brachte seinen Schlitten mit. Wir gingen zum alten Bahndamm und fuhren den Abhang hinunter. Er war so steil, dass man sich kaum oben halten konnte. Jede Unebenheit und jede Wurzel führte unweigerlich zu einem Sturz. Das machte einen unbeschreiblichen Spaß. Nachdem wir uns schon ungefähr hundert Prellungen zugezogen hatten, tauchen plötzlich drei andere Kinder auf. Sie waren unsere Feinde, denn sie leben auf der anderen Seite des Dorfes. Aber an diesem Tag vereinte uns die Freude des ersten Schnees und wir bemerkten, dass unsere Feindschaft grundlos war. Doch es bleibt nicht nur bei einer Gefechtspause. Bald entwickelten wir ein Spiel. Es hieß: Die Abfahrt des Todes. Seltsamerweise trugen die meisten Spiele meiner Kindheit einen Namen. Eines hieß: Die Todeskurve. Ein anderes: Der Herrscher des Abgrundes. Dabei musste mindestes eine lebensbedrohliche Gefahr im Spiel sein.
Die Abfahrt des Todes funktionierte ungefähr so: Ein Spieler steht in der Mitte der Schlittenbahn und wartet. Er wird der Fänger genannt. Die übrigen dürfen fahren, ihren Schlitten allein runter schicken oder auf dem Hosenboden rutschen. Die Reihenfolge spielt keine Rolle. Am besten starten alle gleichzeitig, weil dann ein Sturz am wahrscheinlichsten ist. Der Fänger muss einen der Spieler von seinen Schlitten stoßen und in den Abgrund befördern, der sich jenseits der Bahn auftat. Dort fiel das Gelände noch steiler ab und am Ende lagen einige alte Eisenbahnschwellen, denen man besser ausweichen sollte. Wer heil unten ankam, wurde der nächste Fänger. Falls man jedoch eine Schwelle touchierte, war man gezwungen eine Runde aussetzen. Schon wegen des Schmerzes. An diesem Nachmittag waren wir so glücklich, dass wir Arm in Arm die Felder überquerten und erst nach Einbruch der Dunkelheit wieder in unsere Elternhäuser zurückkehrten. Am nächsten Tag trafen wir uns wieder. Aber das Spiel hatte seinen Reiz verloren. Wir machten einige lustlose Versuche, aber es war nicht mehr das Gleiche. Nach kaum einer Stunde begannen wir wieder uns mit Steinen zu bewerfen. Der Frieden war langweilig geworden.





Hartes Leben
Sie davon abzubringen, hätte sie böse gemancht.